Ich sehe dich
Ich sehe in ein Gesicht
der Hilflosigkeit, der Besorgnis,
der Enttäuschung und des Zorns.
Tränen der Wut hinterlassen
schwarze Pfade von Wimperntusche
auf deinem verzerrten, geröteten Gesicht.
Was deine Gefühle nicht in Worte fassen können,
versuchst du mit stupiden Wortklecksen, die du
irgendwann, von irgendwelchen Leuten
gesammelt hast, auszugleichen.
Dabei sind deine Trotzigkeit und deine
unechte Verletzbarkeit so transparent,
wie die Brille, die du trägst. Hinter der
du wie in einem Glashaus sitzt und Angst
vor der eigentlichen Wahrheit hast.
Ich hätte den Mut zur Wahrheit, würde
dir zu klarer Sicht in deinem Glashaus verhelfen.
Aber ich habe keine Lust auf die Scherben,
die du jedes Mal bei anderen hinterlässt,
wenn man dich einfach mal genau betrachtet
hat in deinem Glashaus.
Du verträgst die Wahrheit nicht und du
suchst sie auch nicht, streckst ihr
nicht die Hand entgegen.
Viel lieber kehrst du heimlich und leise
deinen Scherbenhaufen zusammen
und verkaufst dich als fleißiges Mädchen.
Die Wunden die du dabei bei anderen
hinterlässt, willst du nicht sehen.
Du solltest dir mal eine neue Seelenbrille
besorgen und einfach mal um die Ecke ziehen,
ein Stück weiter in Richtung „Ich“.